Die Kirchen von Mattsee: Stiftspfarrkirche St. Michael - Friedhof und Laurentiuskirche
Abgesehen von der Stiftskirche lässt sich mit etwas Glück noch die ehemalige Pfarrkirche im Friedhofsbereich besichtigen: die heute als Aufbahrungsort genützte Laurentiuskirche.
Gotische Inschrifttafel an der Stiftskirche
Im Süden und Osten ist die Stifts- und Pfarrkirche Mattsee vom Friedhof umgeben. An der südlichen Außenwand der Stiftskirche befindet sich im Friedhofsbereich unter einem Kielbogen eine spätgotische Inschrifttafel aus dem 15. Jahrhundert, die auf die Gründung des Stiftes durch Herzog Tassilo III. mit der Jahreszahl 777 hinweist.
Neue Gedenkstätte des Stiftskapitels
Wenige Meter weiter liegt die im Jahr 2010 neu errichtete Grab- und Gedenkstätte des Stiftskapitels Mattsee. Nach Modellen von Prof. Vinzenz Schreiner wurden drei Bronzeskulpturen gegossen, welche die Verkündigung des Engels an Maria, die Heimkehr des verlorenen Sohnes und eine Kreuzigungsgruppe darstellen. In diesen Kunstwerken manifestiert sich auch außerhalb der Kirche die christliche Hoffnung auf ein freudiges Ziel des menschlichen Lebens.
Laurentiuskirche
Umringt von zahlreichen Gräbern, befindet sich im Friedhofsbereich auch die ehemalige Pfarrkirche zu Ehren des hl. Laurentius, die in ihrer Geschichte sicherlich bis in die Frühzeit des Mattseer Klosters zurückreicht. Wie bei vielen anderen Klöstern bestand auch in Mattsee neben der Stiftskirche eine kleinere Seelsorgskirche für die Gottesdienste der Pfarrgemeinde. 1143 urkundlich erstmals bezeugt, wurde sie in der Spätgotik neu geweiht (1458) und im 17. Jahrhundert barockisiert.
Heutiges Aussehen
Der heutige Bau entstand nach Plänen von Wolfgang Hagenauer in den Jahren 1777–1779, die Inneneinrichtung wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts komplettiert. Aufgrund des Turmeinsturzes im Jahr 1926 wurde die Kirche verkürzt und ohne Turm 1930 wieder aufgebaut und dient seither als Friedhofskirche, die pfarrlichen Rechte wurden auf die Stiftskirche übertragen.
Innenausstattung mit neobarocken Altären
Im Inneren präsentiert sich der meistens geschlossene Kirchenraum als klassizistisch einfacher Saalbau. Die neobarocken Altäre aus den Jahren 1846/47 bilden die wesentlichen Ausstattungsstücke. Das barocke Hochaltarblatt (Martyrium des heiligen Laurentius mit Ausblick in den Himmel) und die Seitenaltarblätter (Kreuzigung Christi, Maria Immaculata) bilden für diesen heutigen Aufbahrungsort einen würdigen christlichen Bilderrahmen, der die irdische Vergänglichkeit in das Licht der Auferstehungshoffnung stellt.
- Stiftspfarrkirche: Inneres
- Stiftspfarrkirche: Friedhof und Laurentiuskirche
- Stiftspfarrkirche: Jesusbuch des Glaubens
- Stiftspfarrkirche: Erzengel St. Michael













