Die Kirchen von Mattsee: Stiftspfarrkirche St. Michael - Rundgang
Betrachtet man das Stift, so fällt nicht nur die frühgotische Kirche mit ihrem frühklassizistischen Westturm ins Auge – neben dem Friedhof ist auch der Stiftsplatz bemerkenswert:
Rund um den Kirchturm – der äußere Rahmen der Kirche
Dort findet sich ein Barockbrunnen und das fast 4 Meter hohe, moderne Bronzedenkmal für den Stifterherzog Tassilo. Wie bei einem Gemälde wird die Stifts- und Pfarrkirche Mattsee vom Friedhof, dem 2010 neugestalteten Stiftsplatz und der Propstei umrahmt. Blickfang ist hier neben dem äußerlich schlichten frühgotischen Hauptgebäude der Kirche mit ihrer südseitigen Eingangshalle vor allem der frühklassizistische fünfgeschossige und sich nach oben verjüngende Westturm mit seinen rahmenden Flügelbauten, errichtet 1766/68 nach Plänen des Salzburger Hofbauverwalters Wolfgang Hagenauer, der mehrfach für das Stift tätig war. Dieser Turm ersetzte einen baufällig gewordenen Vorgängerbau aus dem beginnenden 17. Jahrhundert.
Der Turmfassade vorgelagert, erscheint der Stiftsplatz als natürlicher Vorraum des Kirchen- und Friedhofsbezirkes. Im Zuge der Neugestaltung des Platzes im Jahr 2010 wurde der renovierte Barockbrunnen versetzt. Unmittelbar vor der Kirchenfassade erfolgte im gleichen Jahr die Aufstellung des von Frau Prof. Lotte Ranft entworfenen und in Telfs/Tirol (Kunstgießerei Krismer) gegossenen Bronzedenkmals für den Stifterherzog Tassilo. Das 3,86 Meter hohe Werk zeigt auf einer nur an einem Punkt den Boden berührenden Zeitscheibe Texte, Zeichen und Daten aus dem Leben Tassilos, der als schlichte und in seiner Religiosität betonte Gestalt auf der Scheibe thront. Das Gewicht der Scheibe, Winddruck und Schneelast werden über drei symbolische Tierfiguren in den Boden abgeleitet, den bayerischen Löwen, den karolingischen Adler und die Schlange als Symbol für den Verrat an Tassilo und seine daraus resultierende Klosterhaft.
Das Innere – kunsthistorischer und spiritueller Rundgang
Treten Sie in die Kirche ein und entdecken Sie die Spuren der Geschichte – bestaunen Sie die barocke Einrichtung und die Gemälde, betreten Sie die die kleinen Kapellen, aber auch die Kapitelgruft und den Kreuzgang mit seinen über 100 Grabdenkmälern!
Raumeindruck
Die abwechslungsreiche Baugeschichte der Stiftskirche findet beim Betreten des Kirchenraumes ihre optische Bestätigung. Das mächtige romanische Mauerwerk und die gotischen Gewölbe sind von qualitätvollen Stuckaturen aus der Zeit um 1700 ummantelt und erzeugen so ein harmonisch gewachsenes Gesamtgefüge eines festlichen Sakralraumes. Die Stuckaturen bilden den Rahmen für die großteils 1851/52 neu geschaffenen Wand- und Deckenbilder des Salzburger Malers Josef Rattensperger, nur mehr einige Mittelschiffbilder gehören in ihrem Kern der Zeit um 1700 an.














