Franziskanerkirche in Salzburg: Orgeln
Die Franziskanerkirche nennt drei Orgeln ihr Eigen: Die Marienorgel mit drei Manualen und 48 Registern; die Heilig-Geist- Orgel, seit 2003 Hauptorgel, und im Oratorium des Klosters seit 2004 die Antonius-Orgel mit einem Manual und acht Registern.
Die Orgeln der Franziskanerkirche
1706 schloss der damalige Guardian P. Gumbert Lehner mit dem Salzburger Hoforgelmacher Johann Christoph Egedacher einen Vertrag „wegen Errichtung eines ganz neuen Orgelwerkes“. Es war ein einmanualiges Werk, dem damaligen Typus der Kirchenorgel entsprechend, mit folgenden zehn Registern im Manual und Pedal:
Dieses Orgelwerk kostete damals 510 fl und muss so gut ausgefallen sein, dass das Stift Mattsee umgehend mit Egedacher einen Vertrag zum Neubau der Stiftsorgel schloss, entsprechend der Orgel der Franziskanerkirche. Angeregt durch die Musikpraxis und das kompositorische Wirken von P. Peter Singer wurde die Egedacherorgel im Jahr 1842 dem damaligen Zeitgeschmack der Kirchenmusik entsprechend durch den Orgelbauer Louis Mooser großzügig restauriert. P. Peter Singer, geboren am 28. Juni 1810 in Häselgehr im Außerfern, wurde im September 1840 ins Kloster Salzburg versetzt und wirkte hier durch 40 Jahre hindurch u. a. als Organist, Novizenmeister, Komponist, Vikar und Kustos. Der Erfinder und Erbauer des Pansymphonicums ist am 25. Jänner 1882 in Salzburg gestorben. 1885 erhielt der Orgelbauer Johann Mauracher den Auftrag zu einem großen Umbau. 1902 wurde im Zuge der Kirchenrenovierung von Franz Mauracher eine neue Orgel errichtet, mit 37 klingenden Registern verteilt auf zwei Manuale und Pedal. 1912 restaurierte Matthäus Mauracher diese Orgel und erweiterte sie um ein Register. 1970 erfolgte eine letzte Überholung der Orgel und der Einbau eines neuen Spieltisches durch den Orgelbauer Hermann Öttl, Salzburg.
Den Abschluss der Innenrenovierung der Kirche (1983–1987) bildete die Aufstellung der neuen Marien-Orgel im gotischen Chor. Sie wurde 1987 unter Guardian P. Clemens Prieth von der Firma Metzler aus Dietikon bei Zürich über der Karl-Borromäus-Kapelle errichtet. Sie hat drei Manuale und besitzt 48 Register.
1989 wurde die alte Mauracher-Orgel auf der Westempore generalsaniert. Da in den letzten Jahren die Ausfälle und Reparaturen der Mauracher-Orgel immer häufiger und auch kostspieliger wurden, entschied man sich nach langem Überlegen und Abwägen verschiedener Möglichkeiten für ein neues Orgelwerk. So konnte unter Guardian P. Emmeram Stacheder am 8. November 2003 die neue, ebenfalls von der Firma Metzler aus Dietikon errichtete neue Hauptorgel – Heilig-Geist-Orgel – durch Erzbischof Alois Kothgasser gesegnet werden. Ihre 50 Register sind verteilt auf drei Manuale und Pedal mit mechanischer Spieltraktur und doppelter Registertraktur mit einem elektronischen Setzersystem mit 4.000 Speicherplätzen. Im Gegensatz zur Chor-Orgel, deren Disposition eher barock angelegt ist, wurde die Disposition der Heilig-Geist-Orgel im französisch-romantischen Stil ausgerichtet.
Im Oratorium des Klosters stellte Orgelbauer Roland Hitsch aus Salzburg 2004 seine erste eigene Orgel auf, sein Meisterstück. Die Antonius-Orgel hat ein Manual und besitzt 8 Register.
Disposition der Heilig-Geist-Orgel:















