Pfarrkirche St. Elisabeth: Schatzhaus
In den liturgischen Schwerpunkten Ambo und Altar spiegeln sich die beiden großen Teile der Messfeier wider: Wortgottesdienst (Ambo = Tisch des Wortes) und Eucharistiefeier (Volksaltar = Tisch des Brotes).
Optisch und künstlerisch fallen aber die alten, vor den liturgischen Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils geschaffenen barocken „Vorgänger“ stärker auf, also Kanzel und Hochaltar.
Der barocke Hochaltar stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert, ein wenig jünger ist der Tabernakel von 1761. Der Altarschrein zeigt eine geschnitzte Figurengruppe, die vor der Muttergottes Maria und einem Bettler kniende Kirchenpatronin Elisabeth. Ihre linke Hand weist zum Wasserkrug als Sinnbild ihrer Nächstenliebe, die rechte hebt sie an ihr Herz: Dieses Herz hat ganz Gott gehört, nachdem ihr geliebter Mann Ludwig verstorben war. Darüber im Altarauszug befindet sich Gottvater und zuoberst ein Engel mit dem Kreuz als Siegeszeichen.
Der Altarschrein ist umrahmt von vier Heiligenstatuen, links der heilige Ulrich von Augsburg mit dem Fisch als Hinweis auf ein bewirktes Wunder und rechts der heilige Ägidius mit der Hirschkuh, die ihn als Einsiedler genährt haben soll. Im Auszug findet sich links der heilige Leonhard mit den Ketten, ursprünglich Patron der Gefangenen und später verehrt als Patron der Landwirtschaft und des Viehs. Beim rechten Heiligen, der eine Keule in Händen hält, handelt es sich vermutlich um den Benediktiner Placidus (1710 kaufte Abt Placidus Mayrhauser Goldenstein für St. Peter) oder um den heiligen Meinrad (einer der drei Namenspatrone des Kirchenwohltäters Freiherr von Rehlingen).
Unser Tabernakel zeigt bildlich sehr schön, was in ihm aufbewahrt wird. Es ist das Brot, wie es Jesus seinen Jüngern damals beim Abendmahl mit den Worten gereicht hat: Das ist mein Leib. Der gekreuzigte Christus als Bild für die grenzenlose Liebe Gottes zum Menschen wird vor dem Abendmahl dargestellt und erinnert daran, dass diese Speise das Brot des ewigen Lebens ist.
Die Kanzel ist im Zuge der barocken Umgestaltung um 1700 entstanden und gehört somit zu den ältesten Stuckkanzeln in Salzburg. Die Heiliggeisttaube an der Unterseite des Schalldaches erinnert daran, dass hier das vom Geist Gottes erfüllte Wort der heiligen Schrift ausgelegt wurde. Dass es ein Lebenswort ist, lässt das Akanthusornament an der Kanzel und im Kirchenraum bildlich anklingen. Die üppig wuchernde Akanthuspflanze (Bärenklau) gilt seit der Antike als Symbol für die Unsterblichkeit und ewiges Leben. Ganz oben auf dem Schalldach lädt der Putto mit seiner Posaune die Kirchenbesucher zum Hören des Gotteswortes ein und erinnert zugleich an Jesus Christus, den Richter aller Lebenden und Toten. Die beiden barocken Seitenaltäre stammen ebenfalls aus dem frühen 18. Jahrhundert, ihre etwas jüngeren Gemälde stehen aber noch in spätbarocker Tradition und sind Werke des in Salzburg tätigen Malers Matthias Siller (1771). Die beiden großen Altarblätter zeigen zwei Heilige des Franziskanerordens.
Links sieht man den heiligen Franziskus von Assisibei seiner Stigmatisation (Empfang der Wundmale Christi). Er war Zeitgenosse und großes Vorbild der heiligen Elisabeth. Flankiert wird das Bild von den Statuen des heiligen Achatius (einer der vierzehn Nothelfer) und des in Feuersnöten angerufenen heiligen Florian. Der Mühlstein ist um seinen Hals gekettet, Hinweis auf seine Ertränkung in der Enns. Oberhalb findet sich die einzige Darstellung des Dominikanerheiligen Raimund von Peñafort in Salzburg; er war der erste Namenspatron des Umgestalters der Kirche, Raimund Freiherr von Rehlingen, dessen zweiter Patron sich gegenüber am großen Altargemälde befindet.
Florians Statue ist ein Hoffnungsbild des Glaubens. Die Last ist leicht geworden, wie einen Ball trägt er den Stein der Peiniger. Das erinnert an ein Wort Jesu im Matthäusevangelium: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht (Mt 11,28ff). So wurde Florian auch zum Fürsprecher für alle Lasten der Menschen.
In einer Vision erscheint dem heiligen Antonius von Padua das Jesuskind. Der heilige Antonius war ein glänzender Prediger, der es verstand, Menschen zu Gott zu führen und so verlorene Seelen zu retten. Daher leitet sich auch seine Verehrung beim Suchen verlorener Dinge ab. So gilt er bis heute nicht nur als „Patron der Schlampigen“, sondern auch als umfassender Fürsprecher in Sachen Liebe und Ehe und anderen Belangen des Menschseins. Umrahmt wird das Bild von den Statuen der Pestheiligen Sebastian mit den Pfeilen und Rochus, den man an seiner Pilgertracht und der Beinwunde erkennt. Das Bild darüber zeigt die heilige Katharina von Siena, auf dem Altartisch befindet sich ein Bild des heiligen Josef mit dem Jesuskind.
Von hoher künstlerischer Qualität ist die gegenüber der Kanzel angebrachte Kreuzigungsgruppe aus der Zeit um 1620, die stilistisch mit dem berühmten Bildhauer Hans Waldburger in Verbindung gebracht wird. Tiefes seelisches Empfinden spricht aus den Gesichtern der um Jesus Trauernden. Beim Kreuz stehen links Maria und rechts Johannes, in der Mitte kniet Maria Magdalena. Unter diesem Kreuz geschieht alles Tun in unserer Kirche, und das ist ein Bild für unseren Glauben. Denn unter dem Zeichen des Kreuzes vollzieht sich unser ganzes Christsein vom Kreuzzeichen bei der Taufe bis zum Kreuz auf unserem Grab.












