logo-verlag-st-peterStadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt - Vils in Tirol

St.-Anna-Kirche

Pietà, Holzskulpturen von Johann Hobbs, 1713An der Nordseite der Gemeinde liegt unterhalb der Burgruine Vilseck das kleine Kirchlein St. Anna. Burg, Kirche und Hammerschmiede (ehemals Waffenschmiede) bilden ein wunderbares Ensemble, das immer schon Anziehungspunkt vieler Wanderer war, nicht zuletzt der Wittelsbacher, die sich im 19. Jahrhundert hier samt Gefolge oft aufhielten. Die Kirche selbst ist als ehemalige Burgkapelle der Herren von Hohenegg romanischen Ursprungs; 1506 (bez. am Chorbogen) ließen die Brüder Andreas und Matthias von Hohenegg das Gotteshaus spätgotisch umgestalten.

Einrichtung
An der Nordwand des Langhauses sind auf Konsolen zwei Holzskulpturen angebracht: eine Figurengruppe, die die Engelserscheinung des hl. Joseph im Traum darstellt, auf der Rückseite bezeichnet „1715 JOHANN HOBBS“ aus Eggenthal bei Kaufbeuren, sowie eine ebenfalls signierte und datierte Pietà desselben Künstlers aus dem Jahr 1713. Das Gemälde dazwischen ist das ehemalige Altarblatt und zeigt die Hl. Familie zwischen den Eltern Mariens, den hll. Anna und Joachim, sowie Abraham, Verkündigungsengel und König David, zuoberst die Hl.-Geist-Taube und Gottvater. Die Seitenaltäre mit Bildern des hl. Sebastian (links) und des hl. Erzengels Michael (rechts) dürften aus der Zeit um 1720/1730 stammen. Der Hochaltar birgt ein Altarblatt mit der Darstellung der Mutter Anna, des hl. Joachim und der lesenden Maria. Als Künstler signierte JOHANN BALTHASAR RIEPP(1703–1764), aus Kempten gebürtig, Schwiegersohn des Malers Paul Zeiller, der in Vils seinen Lebensabend verbrachte.

St.-Anna-Kirche, Hl. Familie, ehem. AltarblattWohl das bedeutendste Kunstwerk dieser Kapelle ist die gotische Anna selbdritt auf dem oberen Sockel des Hochaltars, dem MEISTER VON BERGHOFEN um 1460 zugeschrieben. MAXIMILIAN HITZELBERGER aus Pfronten schuf die beiden Statuen auf der Mensa, Joseph und Joachim. Noch aus der Zeit um 1510 stammt das Chorgestühl auf der rechten Seite. Die St.-Anna-Kirche dient heute oft als Hochzeitskirche. Jeweils an den Montagen im Mai finden hier gern besuchte Maiandachten statt, in der Bittwoche pilgert die Pfarrgemeinde hierher, um den Segen für Arbeit, Haus und Feld zu erbitten. Eigentlich sollte die Kirche nach 1787 abgebrochen werden, doch den Bürgern der Gemeinde gelang es, dies zu verhindern. Schöne Fenstergitter, 1997 eingebaut, sollen das Kirchlein vor unliebsamen Gästen bewahren. Im Jahr 2012 wurde die Kirche außen und innen renoviert.


 
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