logo-verlag-st-peterStadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt - Vils in Tirol

Geschichte

Ruine der Burg Vilsegg, darunter die alte Hammerschmiede, einst Waffenschmiede der Herren von HoheneggOrt
Im Mittelalter gelangte die Gegend von Vils in den Besitz des Reichsstiftes Kempten. Dessen Äbte gaben die Herrschaft Vils ab dem späten 13. Jahrhundert den Herren von Hohenegg, einem bedeutenden schwäbischen Adelsgeschlecht, zu Lehen. Im Jahr 1327 erreichte Peter von Hohenegg von König Ludwig dem Bayern die Stadterhebung von Vils. Die Hohenegger herrschten von der Burg Vilsegg aus über Vils, sie forderten von ihren Untertanen Gehorsam, Dienstleistungen und Abgaben. Im Jahr 1408 erwarb Herzog Friedrich IV. von Österreich-Tirol, „Friedel mit der leeren Tasche“ genannt, das Lehen Vilsegg vom Stift Kempten.

Die Herren von Hohenegg durften das Lehen bis zu ihrem Aussterben behalten, waren nun aber Österreich gegenüber lehenspflichtig. Erst nach dem Tod des letzten Hoheneggers im Jahr 1671 fiel die Herrschaft Vils an Österreich, gehörte aber noch nicht zu Tirol. Nach dem verlorenen Krieg gegen Napoleon musste Österreich 1805 Tirol, seine schwäbischen Besitzungen und auch Vils an Bayern abtreten. 1816 kam Vils durch Tausch mit der Stadt Marktredwitz wieder zu Österreich. Im selben Jahr erfolgte die Vereinigung mit Tirol. Heute zählt Vils ca. 1.600 Einwohner und ist somit eine der kleinsten und ältesten Städte Österreichs. Die Bevölkerung hat dank geregelter Verdienstmöglichkeiten im Ort und in der Umgebung einen guten Lebensstandard.


Pfarre

Schon sehr früh dürfte Vils christianisiert worden sein, spätestens jedoch dann, als der hl. Magnus, der Apostel des Allgäus, um 750 in die Gegend kam. In Füssen errichtete er eine Klause, an deren Stelle dann das Kloster St. Mang gegründet wurde. Viele Jahre war Vils eine Filiale des Klosters Füssen und hatte daher keinen eigenen Seelsorger; die Toten wurden in der Mutterpfarrei begraben, die Patres kamen nur zum Gottesdienst hierher. Im Jahr 1395 wurde Vils schließlich zur eigenständigen Pfarrgemeinde erhoben. In der Gemeinde befinden sich drei alte Benefizien aus dem 15. Jahrhundert: St. Katharina, heute der Pfarrkirche angebaut; St. Anna, ehemals zur Burg Vilsegg gehörend, und schließlich das Hl.-Geist-Spital, gestiftet von einem Johann Sprenger, dessen Sohn Balthasar später als berühmter Seefahrer in die Geschichte eingehen sollte. Spital samt Kirche fielen im Jahr 1787 den Kirchensperrungen unter Kaiser Joseph II. zum Opfer. Jetzt befindet sich in den Gebäuden auf der einen Seite ein Gasthaus, auf der anderen ein landwirtschaftliches Anwesen. Die Pfarrgemeinde Vils gehörte bis 1816 zum Bistum Augsburg. Nach zwei Jahren Ungewissheit übernahm dann endlich 1818 die Diözese Brixen alle Rechte. Bis zur Säkularisation 1803 hatte das Stift St. Mang von Füssen das Patronatsrecht. Heute gehört Vils zum Bistum Innsbruck, das 1964 errichtet wurde.


 
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