logo-verlag-st-peterStiftspfarrkirche St. Michael in Mattsee

ÜbersichtSt. Michael in MattseeGeschichte und Gegenwart
Das Stift Mattsee – Geschichte und Gegenwart

Historische Ansicht von Mattsee, Bild am Cölestinaltar aus dem 19. Jahrhundert

Das Kloster Mattsee wurde wahrscheinlich schon um 760 durch Herzog Tassilo III. gegründet und leistete wichtige Missionsarbeit. Zunächst war es ein Benediktinerstift, doch im 11. Jh. wurde es in ein Collegiatstift für Weltpriester umgewandelt – womit es die älteste Weltpriestergemeinschaft Österreichs bildet, die heute aus 16 Kanonikern besteht. Das Stift prägt nach wie vor das Ortsbild und hat durch die Nutzung der Stiftsgebäude auch eine zentrale kulturelle Bedeutung für Mattsee.

 

Die Gründung des Klosters

Neueren Forschungen zufolge wurde das Kloster Mattsee zwischen ca. 757 und 765 durch Herzog Tassilo III. gegründet, um 770 ist ein Abt Albuin von Mattsee urkundlich bezeugt. Mit dieser ersten Stiftung begann der letzte Herzog aus dem Geschlecht der Agilolfinger seine Erweiterung der Klosterpolitik in Richtung Osten, die 777 mit der Errichtung des Klosters Kremsmünster ihre Krönung erfahren hat. Das Jahr 777 galt seit dem Spätmittelalter bis in die jüngste Vergangenheit auch als Gründungsdatum von Mattsee. Herzog Tassilo III., der 788 von König Karl dem Großen abgesetzt und in Klosterhaft verbannt worden ist, wird im Stift Mattsee liturgisch als Klostergründer verehrt. Sichtbarer künstlerischer Ausdruck seiner Würdigung in Mattsee ist das 2010 errichtete Tassilodenkmal am Stiftsplatz.

Gründung Mattsees durch Tassilo III., Deckenbild über dem Hochaltar


Mattsee wird Collegiatstift

Unter karolingischer Herrschaft gelangte Stift Mattsee, das im 9. Jahrhundert auch wichtige Missionsarbeit in Pannonien (heute Ungarn) leistete, zunächst 877 an das königliche Stift Altötting und schließlich im 10. Jahrhundert an das Bistum Passau.

 

Älteste Weltpriestergemeinschaft Österreichs

Wahrscheinlich wurde das Benediktinerstift Mattsee unter Bischof Berengar von Passau (1013–1045) in ein Collegiatstift für Weltpriester umgewandelt, was damals durchaus üblich war. Hier lebten von nun an Kanoniker als Weltgeistliche in einer eher freien Form der Gemeinschaft zusammen, verfügten über Besitz und eigene Häuser und waren vor allem in der Seelsorge tätig. Diese somit älteste Weltpriestergemeinschaft Österreichs besteht heute aus zwölf Kapitular- und vier Ehrenkanonikern, die den Diözesen Linz und Salzburg angehören. Die Kapitulare haben das Recht der Wahl neuer Mitglieder und des Propstes als Leiter des Stiftes, wobei rechtlich die Wahl noch der Bestätigung und Ernennung durch den Bischof bedarf. Seit dem Jahr 2000 bemüht sich der Verein „Freunde des Stiftes Mattsee“ gemeinsam mit dem Kapitel um das geistige und kulturelle Erbe des Stiftes und seiner geistlichen und persönlichen Verlebendigung für die Gegenwart.

 

Stiftsplatz mit Brunnen, Pfarrhof (rechts) und Stiftshaus Das Stift heute

Die kulturelle Bedeutung des Stiftes für den Ort Mattsee zeigt sich zudem in zahlreichen Stiftsgebäuden und ihren Nutzungen. Das ehemalige Propsteigebäude im Norden der Stiftskirche beherbergt heute das Stiftsmuseum (vgl. dazu den eigenen Museumsführer) und den Stiftskeller, die Kapitelsäle werden für Konzerte oder auch als Standesamt genützt. Der revitalisierte Weinkeller erinnert mit seinem Weinverkauf und den vermietbaren Räumlichkeiten an die lange Tradition des Weinbaues durch das Stift Mattsee in der Wachau, dessen Anfänge in das 12. Jahrhundert zurückreichen und bis heute noch gepflogen werden. Zahlreiche weitere Gebäude (Pfarrhof = ehem. Stiftsgasthaus, Stiftshaus mit Apotheke und Pfarrheim St. Michael) verleihen dem Markt Mattsee ein durch das Stift wesentlich geprägtes Erscheinungsbild.

 
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