logo-verlag-st-peterDie Kirchen von St. Michael im Lungau

ÜbersichtSt. Michael im LungauHistorischer Überblick
Römischer Grabstein mit dem Relief eines Ehepaares an der Filialkirche St. MartinHistorischer Überblick

Durch den oberen Lungau führte schon zur Römerzeit eine wichtige Verbindungsstraße von Teurnia (bei Spittal an der Drau/Kärnten) über den Radstädter Tauern weiter nach Juvavum (Salzburg). Daran erinnern noch einige an den Kirchen eingemauerte römische Grabsteine.

Ort und Pfarre
Bairische Siedler kamen im 9. Jahrhundert erstmals in das damals vorwiegend von Slawen bewohnte Gebiet. Um diese Zeit kann bereits eine adelige Stiftung zweier Kirchen vermutet werden, die den fränkischen Patronen St. Michael und St. Martin geweiht und für die dort entstandenen Orte namensgebend wurden. An gleicher Stelle gab es wahrscheinlich auch schon vorchristliche Kultstätten. Der Sage nach ist der Bayernherzog Theodo († um 717) nach seinem Tod in der Schlacht bei Bundschuh/Lungau in der Kirche von St. Michael bestattet worden.

Barocke Figur des hl. Martin in der PfarrkircheUrkundlich werden die beiden Gotteshäuser erst im 12. Jahrhundert erwähnt, wobei für St. Michael das Jahr 1147 überliefert ist. 1220 wurde St. Martin der Pfarre St. Michael unterstellt. Im Jahr 1225 bestätigte Papst Honorius III. die Pfarr- und Besitzrechte des Domkapitels zu Salzburg für diese Kirche. Vorher soll es zur Übertragung des Pfarrrechtes von St. Martin auf St. Michael gekommen sein. St. Michael ist die Ur- und Mutterpfarre des oberen Lungaues.

Als im 14. Jahrhundert die alte Römerstraße nun in neuer Trassenführung über den Katschberg angelegt wurde, brachte diese wichtige Handelsverbindung zwischen Venedig und Nürnberg dem aufstrebenden Ort St. Michael einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung, der auch durch den blühenden Bergbau gefördert wurde. So folgte im Jahr 1416 schließlich die Erhebung von St. Michael zum Markt.