logo-verlag-st-peterDie Kirchen von St. Michael im Lungau

ÜbersichtSt. Michael im LungauBaugeschichte der Pfarrkirche
Blick in die NothelferkapelleZur Baugeschichte der Pfarrkirche

Für St. Michael als Kirche einer Mutterpfarre, die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert und umgebaut wurde, lässt sich folgender Bauverlauf rekonstruieren:

Romanisches Chorquadrat, 12. Jahrhundert
Der früheste erhaltene Bauteil, der noch der um 1147 genannten Kirche angehören dürfte, liegt im ehemaligen Chorquadrat: das östlich an das Langhaus anschließende Joch, in dem heute der Volksaltar steht. Daran schloss sich ursprünglich nach Osten eine runde Apsis an, nach Westen das Langhaus als einschiffiger, mit einer flachen Holzbalkendecke versehener Raum. Der Turm stand vermutlich südlich des Chorquadrates, also an der Stelle der jetzigen Sakristei.

Nördliche Kapelle (heutige Nothelferkapelle), 13. Jahrhundert
Nördlich parallel zum Altarraum entstand im 13. Jahrhundert anstelle eines älteren Kultbaues die ehemalige Augustinuskapelle, die jetzige Nothelferkapelle.

Chorschluss, frühes 14. Jahrhundert
Die ursprünglich runde Apsis wurde nun erweitert und mit einem 3/8-Schluss versehen. Dabei erhielt der Chor auch das frühgotische Kreuzrippengewölbe mit runden Schlusssteinen.


Blick in die TaufkapelleSpätgotisches Langhaus und Seitenschiff, 2. Hälfte 15. Jahrhundert
Weil man für die wachsende Bevölkerung in der Kirche mehr Platz brauchte, kam es zu einem Neubau des nun rippengewölbten Langhauses anstelle des flachgedeckten romanischen Saalraumes. Außerdem errichtete man nördlich daran anschließend ein Seitenschiff, das man mit der Nothelferkapelle verband. Auch die Verbindung zwischen der Kapelle und dem Chorraum stammt aus dieser Zeit. Am 1. Juni 1513 weihte Bischof Berthold Pürstinger von Chiemsee diese spätgotische Kirche ein.

Westkapelle
An der Westseite fügte man wohl noch in der gleichen Bauphase die Taufkapelle an. Ob der bestehende Westturm, der 1677 nach einem Brand erneuert wurde, noch im Kern romanisch-gotisch ist oder erst im 15./16. Jahrhundert angebaut wurde, ist nicht gesichert. Dies ist im Wesentlichen jenes Gotteshaus, wie es noch heute vor uns steht.

Renovierungen im 19. und 20. Jahrhundert
Spätere Renovierungen erfolgten 1869, 1908 (teilweise Maßwerk der Spitzbogenfenster erneuert) und 1946, ferner Innenrenovierungen 1949 und 1978/79.


Pfarrkirche St. Michael, Blick ins Hauptschiff mit der OrgelInnenrenovierung 2004–2010
Die jüngste Innenrenovierung der Pfarrkirche konnte mit der feierlichen Weihe des neuen Volksaltares durch Erzbischof Dr. Alois Kothgasser am 10. Mai 2008 weitgehend abgeschlossen werden. Die Maßnahmen umfassten die Renovierung der Raumschale und der gesamten Einrichtung, ferner wurden die zweite Empore entfernt und die Orgel auf die erste Empore herabgesetzt, die Arkadenwand und die verlängerte Empore im Seitenschiff abgetragen sowie der Aufgang zur Empore auf die ursprüngliche gotische Form zurückgebaut und die gotische Treppe restauriert. Das vorher einteilige Kirchengestühl im Langhaus wurde nun wieder durch einen Mittelgang geteilt. 2010 erfolgte noch die Renovierung des Inventares der Nothelferkapelle.