logo-verlag-st-peterPfarrkirche zum hl. Oswald in Anif

Wandbild „Des heiligen Oswald erste Königsthat“Wandbilder im Chor

Das Thema der Vita des Kirchenpatrones setzt sich links vom Altar an den beiden im Jahr 1900 von JOSEF GOLD (1840–1922) geschaffenen Wandfresken fort. Das linke, dem Chorbogen zugewandte Bild zeigt „Des heiligen Oswald erste Königsthat“. Nach der siegreichen Rückkehr aus Schottland in seine Heimat Northumbrien stellt König Oswald hier auch als Zeichen für den Sieg des Glaubens das Kreuz auf, um das sich Ständevertreter wie Adelige, Ritter und Bauern, Geistliche, Mütter und Kinder versammeln. Die Gebirgslandschaft im Hintergrund stellt einen lokalen Bezug zum Salzburger Land her.

Das rechts anschließende Fresko zeigt eine Szenerie aus dem Königshof, die den hl. Oswald als Wohltäter der Armen würdigt. Sie trägt die Unterschrift: „Diese Hand, welche Alles mit den Armen theilt, wird nicht verwesen.“ Der Satz bezieht sich auf eine überlieferte Begebenheit, wonach König Oswald bei einem Osterfest nicht nur Speisen an die Armen verteilen ließ, sondern auch die Stücke einer wertvollen Silberschüssel, die auf sein Geheiß hierfür zerbrochen wurde. Daraufhin sprach der anwesende Bischof Aidan die oben genannte Prophezeiung. Während König und Bischof hinter einer Balustrade auf das Geschehen blicken, sitzen links im Hintergrund gestikulierende Männer am Tisch, in denen der Künstler drei zeitgenössische Anifer Persönlichkeiten – den Grafen Moy, ganz rechts dessen Schwiegervater Graf Arco und in deren Mitte den damaligen Pfarrer Georg Reiter – porträtiert hat.

Wandbild „Der hl. Oswald als Wohltäter der Armen“Reiter war der letzte Seelsorger der Großpfarre Anif-Grödig-Niederalm und hatte der von Graf Arco unterstützten Loslösung Anifs als eigenständige Pfarre zugestimmt. Inschrift und Wappen am linken Bildrand weisen beide Bilder als Stiftungen der Gräfin Pauline Arco-Stepperg sowie Graf Ernst und Gräfin Sophie Moy, geb. Stepperg aus. Die Marmortafel erinnert an die Verdienste von Alois Graf Arco-Stepperg um die Pfarrerhebung 1883. Im Bogenfeld über der Turmtür malte J. GOLD auf goldenem Hintergrund die Salzburger Bischöfe und Diözesanpatrone Rupert und Virgil, vis-a-vis über der Sakristeitür die heiligen Apostelfürsten Petrus (pfarrhistorischer Bezug zu St. Peter in Salzburg) und Paulus. An der rückwärtigen südlichen Chorwand erinnert eine Grabinschriftplatte an Nicolaus Mudet († 1656), Einsiedler der ehemaligen Klause von Hellbrunn.