logo-verlag-st-peterPfarrkirche zum hl. Oswald in Anif

KreuzigungsfreskoWand- und Deckenbilder im Kirchenschiff

Dem stark vom Stil der Nazarener und ihrer religiösen Bildkunst geprägten und bei Moritz von Schwind in München ausgebildeten Salzburger Maler JOSEF GOLD ist der Hauptanteil der malerischen Ausstattung der Anifer Pfarrkirche zu verdanken. Neben den bereits erwähnten Bildern im Chor schuf er um 1887/1896 auch die monumentale Kreuzigungsszene über dem Chorbogen sowie den Deckenschmuck im Kirchenschiff.

Die Wandfläche zwischen Chorbogen und Tonnengewölbe füllt das monumentale Kreuzigungsfresko. Zwischen den beiden Schächern ist in der Bildmitte der ans Kreuz genagelte Christus zu sehen, der seinen Geist in die Hände des Vaters zurückgegeben hat. Zu seinen Füßen kniet Maria Magdalena, links steht seine vom tiefen Schmerz gezeichnete Mutter Maria und gegenüber Johannes mit ausgebreiteten Armen. Rechts nähern sich vor dem Hintergrund der Stadt Jerusalem Nikodemus und Joseph von Arimathäa, die Jesus später salben und zu Grabe tragen werden. Die weiblichen Gestalten links von Maria dürften die beiden anderen Marien aus der Heiligen Sippe sein, also Maria Cleophas und Maria Salome, die Männer links daneben Vertreter der Hohenpriester und Schriftgelehrten; während links außen zwei Knechte die Kreuzigungsinstrumente forttragen und rechts gegenüber Soldaten um das Gewand Christi würfeln, hat den knienden Soldaten, der die Exekution geleitet hatte, schon die Reue gepackt. Als er sah, auf welche Weise Jesus gestorben war, erkannte er: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.“ (Mk 15,39).

Deckenbild „Letztes Abendmahl“ Deckenbild „Versuchung Christi in der Wüste“ Deckenbild „Taufe Christi“

Deckenbilder:
Das ursprünglich mit einer zusätzlichen Kassettenmalerei dekorierte Tonnengewölbe zieren im Osten und Westen je zwei seitliche, vollfarbige Deckenmedaillons: vorne (beim Chorbogen) links das Letzte Abendmahl bzw. rechts die Erscheinung Christi unter den Aposteln, rückwärts (bei der Orgelempore) die Versuchung Christi in der Wüste bzw. gegenüber die Taufe Christi durch Johannes den Täufer im Jordan. Die in Grisailletechnik (graue Ton-in-Ton-Malerei) ausgeführten Szenen aus dem Marienleben zeigen die Verlobung Mariens mit Joseph, die Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria, Mariae Heimsuchung, also ihre Begegnung mit Elisabeth und den Tod des hl. Joseph. Das mittlere Fresko mit der Krönung Mariens zierte ursprünglich das Chorgewölbe.

Erwähnt seien in diesem Zusammenhang auch die nun seitlich angebrachten Ölgemälde (ehemalige Seitenaltarbilder, 1843) der früher besonders bei der bäuerlichen Bevölkerung stark verehrten Heiligen Notburga von Rattenberg und Isidor von Madrid, Werke des Malers JOSEF RATTENSPERGER (1807–1866), des dritten Vertreters der in Anif tätigen Salzburger Nazarenermaler.

Grisaillebild „Verlobung Mariens mit Joseph“ Deckenbild „Krönung Mariens“
Hl. Notburga von Rattenberg, Ölgemälde Hl. Isidor von Madrid, Ölgemälde