logo-verlag-st-peterPfarrkirche zum hl. Oswald in Anif

Hl. Oswald, HochaltarbildHochaltar

Der Altaraufbau entstand 1840, wenn auch die seitlichen Schnitzfiguren des hl. Christophorus mit dem Jesuskind auf der Schulter (links) und der hl. Georg mit dem besiegten Drachen (rechts) deutlich älter sind. Ob sie von einem barocken Vorgängeraltar übernommen wurden, ist nicht bekannt; dass sie wie der hl. Oswald zu den 14 Nothelfern gehören, mag ihre Aufstellung am neuen Altar gefördert haben. Besonders qualitätvoll ist die dem frühbarocken Schnitzstil des Hans Waldburger nahe stehende Christophorus-Figur (1. Hälfte 17. Jh.).

Dominierende Mitte aber ist das 1866 geschaffene Altarbild. Es stellt den Anifer Kirchenpatron St. Oswald mit seinen Attributen Kreuz und Rabe über einer Ortsansicht von Anif dar – gewissermaßen als himmlischen Fürsprecher der ihm anvertrauten Gemeinde. Gemalt hat es SEBASTIAN STIEF(1811–1889), der erste aus dem Dreigestirn Salzburger Maler des 19. Jahrhunderts, die mit ihren Bildern und Fresken das Kircheninnere entscheidend mitgeprägt haben. Die Türen des Tabernakels zeigen die Verkündigung der Frohbotschaft an Maria: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt...“ (Joh, 1,14).

Hl. Oswald (Fest am 5. August)

König Oswald von Northumbrien lebte im 7. Jahrhundert in einer Zeit, da seine Heimat Britannien von großen nationalen und religiösen Spannungen erschüttert wurde. War sein Vater König Aethelfrith ein fanatischer Heide, so lebte Oswald als überzeugter Christ nach der Bergpredigt Jesu. Mit seiner Friedens- und Nächstenliebe und seinem Glaubenseifer wollte er auch sein Volk zum Christentum bekehren und seinem Land den Frieden sichern, doch ihm wurde der Krieg aufgezwungen. Schließlich fand er am 5. August 642 als christlicher Märtyrer im Kampf gegen den heidnischen Kaiser Penda den Tod.

Über sein Leben und Wirken berichtet die Oswald-Biographie des Theologen und Historikers Beda Venerabilis († 735). Der Rabe als Attribut erinnert auch daran, dass ein angeblich vom hl. Petrus selbst gesandter Rabe kostbares Chrisamöl mit einem versiegelten Brief zu Oswalds Krönungsmesse brachte; ein Rabe mit einem Ring vermittelte auch Brief- und Ringtausch mit der christlichen Königstochter, mit der er sich nach seinem Kampf mit dem heidnischen Vater vermählen konnte.