logo-verlag-st-peterPfarrkirche zum hl. Oswald in Anif

ÜbersichtPfarrkirche AnifHistorischer Überblick
Historischer Überblick

Südlich der Festspielstadt Salzburg liegt die Gemeinde Anif, die nicht nur als ehemaliger Wohnsitz des weltberühmten Dirigenten Herbert von Karajan, sondern wegen der Nähe zum Schloss Hellbrunn und nicht zuletzt wegen ihrer bekannten Gastronomie Gäste aus nah und fern anzieht.

Das unverrückbare Wahrzeichen des Ortes aber bildet bis heute die vom Friedhof umgebene Pfarrkirche mit ihrem markanten Turm. Die erste schriftliche Erwähnung einer Kirche in Anua bzw. Anava/Anaua („ad anua ecclesia cum territorio“) um 788/790 geht auf die „Notitiae Arnonis“, ein unter Bischof Arno angelegtes Güterverzeichnis als wichtige Quelle des frühmittelalterlichen Salzburger Kirchenbesitzes zurück. Die hier aufgeführten 64 „ecclesiae parrochiales“ waren nach damaligem Sprachgebrauch bischöfliche Eigenkirchen. Wenn auch das Patrozinium zum hl. Oswald hier nicht ausdrücklich genannt wird, darf doch angenommen werden, dass noch Arns Vorgänger Bischof Virgil (745–784) das kleine Holz- oder Steinkirchlein am Hügel über dem Salzachufer errichten ließ und unter den Schutz des hl. Oswald stellte. Mit der schon damals auf den britannischen Inseln lebendigen Verehrung dieses nordenglischen Königs († 5. August 642) war der gebürtige Ire Virgil sicher gut vertraut. Oswalds Kult verbreitete sich über die iroschottische Mission bald auch in Mittel- und Nordeuropa.

Bei der 987 vollzogenen Trennung von Erzbistum und Abtei St. Peter in Salzburg wurden dem Kloster die Kirchen von Anif und Grödig zugeteilt, später folgte noch Niederalm. Alle drei waren über Jahrhunderte der Abtei St. Peter inkorporiert (Grödig bis heute), die auch einen gemeinsamen Geistlichen zur seelsorglichen Betreuung stellte. Wenn dieser auch zunächst in Niederalm-Rif und ab 1625 in Grödig wohnte, galt doch Anif als erstmals 1191 genannte Mutterpfarre („matrix ecclesia“) der Region. Aus diesem Verband wurde dann 1883 Anif als eigenständige Pfarre ausgegliedert bzw. neu errichtet. Graf Alois von Arco-Stepperg (1808–1891), dessen Name dem Kirchenbesucher auch im Inneren der Pfarrkirche begegnet, ließ damals den Anifer Pfarrhof errichten und stattete die Pfarre mit Grundbesitz aus. Heute werden übrigens die Pfarren Anif und Niederalm wieder von einem gemeinsamen Seelsorger betreut.

 
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