logo-verlag-st-peterPfarrkirche zum hl. Oswald in Anif

ÜbersichtPfarrkirche AnifBaugeschichte und Baugestalt
Blick zur Pfarrkirche von SüdwestenBaugeschichte und Baugestalt

Über ältere Vorgängerbauten des im Kern spätgotischen heutigen Gotteshauses ist wenig bekannt, man vermutet aber, dass bereits die erste Kirche aus der Virgilzeit am gleichen Standort, am Hügel nahe der Böschungskante des vorzeitlichen Salzachbettes und in zentraler Dorflage stand.

Den markanten Turm hat man lange Zeit aufgrund seiner wuchtigen, aus Konglomeratblöcken aufgemauerten Bauform und der rundbogigen Schallarkaden (Triforien) als spätromanisch eingestuft (vgl. ÖKT, Dehio); archivalische Hinweise belegen aber, dass das Sockelgeschoss erst im Jahr 1442 errichtet wurde und der Turm somit aus der Spätgotik stammt: damals wurde ein gewisser „magister Johannes, murator“ vom Stift St. Peter in Salzburg dafür bezahlt, dass er für den Anifer Turm einen „guten Grundpfeiler“ machte. Derlei Reminiszenzen an romanische Bauformen sind bei gotischen Kirchtürmen im Bereich der Erzdiözese aber kein Einzelfall, erinnert sei etwa an den Turm der Pfarrkirche in Zell am See (Mitte 15. Jh.). Formale Ähnlichkeit weisen auch die älteren Kirchtürme von Michaelbeuern und Lamprechtshausen auf.

Der polygonal schließende Chor dürfte aus spätgotischer Zeit stammen, während das Langhaus in der jetzigen Ausdehnung auf eine wegen Bauschäden notwendige Erneuerung und Kirchenrenovierung im Jahr 1840 zurück geht. Seine Außenmauern präsentieren sich seit der Kirchenmodernisierung von 1969 wieder unverputzt. Bei der jüngsten Renovierung 1996–1999 erfolgte die Sanierung des Turmes und der Sakristei sowie die komplette Innenrenovierung.

Bronzekruzifix mit den Symbolen der vier EvangelistenDie Außenwände weisen diverse Grabsteine auf: unter dem 1696 ausgebrochenen und nun wieder vermauerten Apsisfenster im Osten der Wappengrabstein für Johann Paul Waßner von Waßenau, Rat und Pfleger zu Anif († 1788), seitlich des Westeingangs die ursprünglich im Kirchenboden eingelassenen Grabsteine des Amtsmannes Hans Überacker († 1505, links) und daneben der Maria Carolina Augusta, Gräfin von Überacker († 1750) bzw. rechts vom Eingang der Rotmarmorstein des Pfarrers Jörg Schader († 1515) sowie die Grabplatte der Susanna Helena Gräfin von Kufstein († 1686). Weiter rechts liegt über einem erneuerten Podest der in der Friedhofsmauer entdeckte Deckel einer Aschenurnenkiste aus römischer Zeit (ca. 3. Jh. n. Chr.).

Über dem Eingangspultdach sind zwischen zwei Rundfenstern ein 1972 nach Entwürfen von Prof. JAKOB ADLHART (1898–1985) gefertigtes Bronzekruzifix in Astwerkform und darunter aus dem Mauerwerk auskragende Konsolen mit den Symbolen der vier Evangelisten angebracht. Noch ein Wort zum Geläute: es besteht heute aus sechs Glocken, gegossen 1972 von der Salzburger Fa. Oberascher und geweiht der hl. Dreifaltigkeit (Ton b, 3450 kg), der Muttergottes (Ton d’, 1700 kg), dem hl. Joseph (Ton f’, 1000 kg), dem hl. Oswald (Ton g’, 700 kg) und den Schutzengeln (Ton b’, 420 kg). Noch erhalten hat sich die alte Sterbeglocke aus dem Jahr 1845.

 
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