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ÜbersichtMichaelerkirche WienSt. Michael als Bestattungsort
St. Michael als Bestattungsort

Übersichtsplan der Grabmäler der MichaelerkircheSt. Michael ist neben der Stephanskirche die wichtigste Begräbniskirche Wiens. Entsprechend bedeutend und umfangreich ist ihr Grabdenkmälerbestand. Hier wird von den über 100 vorhandenen Grabsteinen nur eine kleine Auswahl beschrieben.


Grabmäler im Hauptchor

  • (63) Ehemaliger Eingang zur Grabstätte Trautson. Dem jeweiligen Mitglied, das dem Geschlecht eine Ranger-höhung (Freiherr, Graf, Fürst) brachte, wurde ein Prunkgrab gesetzt.
  • (59) Johann II., erster Freiherr (1541) von Trautson, Obersthofmeister Kaiser Maximilians, † 1590 zu Prag. Links vom Hochaltar unter der Arkade wird eine Tumba von sechs Löwen getragen, auf der eine liegende Rittergestalt ruht. 1670 aus der Mitte des Chores hierher übertragen. Das Grabmal wird Alexander Colin zugeschrieben, der in Innsbruck und im Dom zu Prag für die Habsburger Grabmäler schuf.
  • (61) Paul Sixt, erster Graf (1598) von Trautson, Erbland-Hofmeister, Ritter des Goldenen Vlieses, erhielt 1615 das Münzrecht, † 1621. Grabmal mit drei Nischen. Der kniende Graf in reichverzierter Rüstung ist ein Meisterwerk des Innsbrucker Bildhauers Caspar Gras und des Gießers Heinrich Reinhart. Die Statue wurde 1614 zu Lebzeiten des Paul Sixt angefertigt. Die Marmorwand wurde nach 1670 aufgestellt. Die beiden sich völlig gleichenden Büsten stammen aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Wahrscheinlich für Johann Franz Graf von Trautson, 1663, Landmarschall und Statthalter von Niederösterreich, und dessen Sohn Paul Sixt, † 1678 als Gesandter in Spanien, erst 1680 in St. Michael beigesetzt.
  • (62) Johann Leopold Donat, erster Fürst von Trautson, † 1724. Die zusammensinkende Gestalt wird von einem Genius gestützt, der ihm den Fürstenhut reicht, ein zweiter Genius hält die Grafenkrone. Entwurf von Joseph Emanuel Fischer, 1727 von Ferdinand Maximilian Brokoff ausgeführt.
  • (58) Peter Freiherr von Mollard, † 1576. Rat und Kämmerer, sowie Oberster Stallmeister. Relief: Ritter mit Kreuzfahne, darunter Familie des Verstorbenen. Renaissance-Prunkgrab gestiftet 1591. Unter den Betstühlen Fragmente des Steines zur Mollardgruft.



Renaissancegrabmäler in der Werdenbergkapelle

  • (52) Ritter Erasmus von Gera, Hofkammerrat und Hauptmann zu Pettau, † 1567. Dargestellt ist er als Geharnischter mit Bart, eine Fahne mit Kreuz haltend. Ihm zur Seite liegen Helm und Handschuhe, zu Füßen ein Wappen.
  • (53)  Georg Freiherr zu Herberstein, kaiserlicher Heerführer gegen die Türken, Erbkämmerer und Erbtruchsess, † 1570. Der geharnischte Ritter ist mit Schwert und Dolch bewaffnet und kniet mit gefalteten Händen vor einem Kruzifix. In der Gruft wurde ebenso sein Bruder, Sigmund Freiherr von Herberstein, † 1566, beigesetzt.
  • (54) Johann Baptist Graf von Werdenberg, Erbstallmeister der fürstlichen Grafschaft Görz, Wirklicher Geheimer Rat bei Ferdinand II. und III., Kämmerer und österreichischer Hofkanzler, † 1648. Dieses gewaltige, bis zum Gewölbe reichende frühbarocke Monument wurde 1643 noch zu Lebzeiten Werdenbergs errichtet. Bronzerelief in reicher Architektur-umrahmung, der Sockel mit einer Schrifttafel aus Bronze. Die Figuren des Bronzereliefs stellen dar: in der Mitte Christus am Kreuz, rechts Graf Johann Baptist Werdenberg in spanischer Tracht, dahinter der hl. Johannes der Täufer; links die Gattin Werdenbergs mit ihrer Namenspatronin, der hl. Katharina. Der Entwurf des Grabmales stammt von Baumeister Jakob Allio, die Steinmetzarbeiten von Johann Baptist Spaz.
  • (55) Im Boden vor dem Altar ist die Gruftplatte  mit dem Wappen der Familie Werdenberg-Namest eingelassen.



Grabmäler in der Kreuzkapelle

  • (68) Johannes Karner, † 1501. Er war erster Leiter der von Maximilian I. gegründeten Hofmusikkapelle. Priester-Grabplatte mit Kelch.
  • (70) Christianus de Susato, † 1436, großer gotischer Grabstein bei der Arkade zum Hauptchor des ersten an der Wiener Universität promovierten Mediziners
  • (72) Pankracz von Plankenstain, † 1465, mit Vollwappen



Weitere Grabmäler (in chronologischer Reihenfolge)

  • (40) Gotfrid, † 1341, bisher ältester aufgefundener Grabstein mit geritztem Vollwappen
  • (56) Johannes Garalter, † 1474, Priester-Grabplatte mit Kelch
  • (85) Georg Herr von Liechtenstein, Nikolsburg und Steyerkh, † 1548. 1509 Teilnehmer am venezianischen Krieg. Überlebensgroßer Ritter mit offenem Helm, eine Fahne haltend.
  • (8) Johann Ludwig von Brassican, † 1549, vermählt mit Apollonia Hauser von Karlstein, Geheimsekretär der verwitweten Königin von Ungarn und Infantin von Spanien, Rektor der Universität Wien, Jurist und Poet.
  • (14) Ulrich Mairhauser zu Poisprun, „Hauptmann über ein Fahndl Landsknecht“, † 1569.
  • (1) Hans Anton Berchtoldt, kaiserlicher Kammerdiener, † 1588. Das Monument wurde 1593 von der „Gottesleichnahm Bruderschaft“ errichtet. Seine Frau Susanne und ihre Stiftung ermöglichten den Wiederaufbau des 1590 bei einem Erdbeben teilweise eingestürzten Turmes der Michaelerkirche.
  • (36) Anna Margareta Papazonin, † 1619 im Alter von 8 Monaten und 14 Tagen.
  • (42) Otto Christoph Volkra Reichsgraf von Heidenreichstein, † 1734
  • (49) Gedenktafel für Pietro Metastasio, geb. 1698 zu Rom, Hofpoet unter Karl Vl. und Maria Theresia, † 1782 (in der Gruft steht sein Holzsarg, getragen von Greifenfüßen).


Links: Grabstein des Georg Herr von Liechtenstein (Nr. 85) Rechts: Kindergrabstein für Anna Margareta Papazonin (Nr. 36)