logo-verlag-st-peterDie Kirchen von Lend-Embach mit Maria Elend

Pfarrkirche zum hl. Rupert in Lend - der Kirchenraum

Pfarrkirche zum hl. Rupert in Lend: Altäre und Kanzel von 1761 (1907 neu gefasst) sowie die Deckenmalerei von 1907 bestimmen die Atmosphäre des Kirchenraumes

Das große Altarbild, die Verherrlichung des Kirchenpatrons Rupertus darstellend, die zurückhaltende, im Grünton gehaltene Fassung der Altäre sowie die Deckenmalereien von Virgil Groder prägen den Kirchenraum. Ein Eisengitter von Dionys Kräpfle aus der Gründerzeit (1681; Wappen von Erzbischof Dietrichstein) schafft einen kleinen Vorraum unter der Empore, die mit ihrem ungewöhnlichen Aufbau den Turm stabilisiert.


Die Deckenmalereien
Die Decke von Altarraum und Kirchenschiff enthält drei ältere Bilder von Gregor Lederwasch (1760), die den jeweiligen Ort in der Kirche deuten: die hl. Dreifaltigkeit über dem Altarraum zeigt, wer hier angebetet wird, das zentrale Bild „Himmelfahrt Mariä“ im Kirchenraum erinnert an das letzte Ziel derer, die darunter sitzen, während über Orgel und Chor Cäcilia, die Patronin der Kirchenmusik, zusammen mit der Bergbaupatronin Barbara zum Lob Gottes einlädt. Virgil Groder hat dieses Bildprogramm 1901–1907 durch vier große, beeindruckende Kirchenlehrer sowie Josef und Anna als Vorbilder und Patrone der Familienväter und -mütter erweitert. Die Decke des Altarraumes ergänzte er durch drei Bilder mit Bezug zur Eucharistie: das Opfer Abrahams, den Sänger David und Mose in der Gegenwart Gottes, sowie drei mit Bezug zum Kirchenpatron Rupertus: seine Nachfolger Virgil und Vitalis (Patron des Pinzgaus) sowie „Die Ankunft des hl. Rupert in Iuvavum“ (nach S. Stief).

Hochaltar mit Bild „Die Verherrlichung des hl. Rupertus“ (1674), Frans de Neve zugeschrieben, Baldachin und Engel von Daniel Mayr

Der Hochaltar
Nach italienischer Bauart hat der Altar einen freistehenden Tabernakel, darüber ein großes Bild des Kirchenpatrones, von Engeln gehalten. Rupertus, der, von Wolken umgeben, dem Himmel zustrebt, ist nicht gleich als Bischof erkennbar; seine Insignien Mitra und Stab tragen zwei Engel zu seinen Seiten. Der barocke Tabernakel (1785, aus der Pfarrkirche Embach) wurde 1907 von Virgil Groder überarbeitet und farblich auf das Hochaltarbild abgestimmt.

Der Kirchenpatron Rupertus
Rupertus kam um 696 als Missionsbischof nach Salzburg und gilt als Gründer der Diözese. Finanzielle Grundlage für das entstehende Bistum waren die Salzquellen in Reichenhall. Daher sein „Attribut“, das Salzfass. Rupert starb um 718 in seiner Heimatstadt Worms und ist im Salzburger Dom beigesetzt. Auch Lend besitzt eine Reliquie (Knochen) des hl. Rupertus in einem kostbaren gotischen Gefäß („Reliquiar“). Es war naheliegend, dass Erzbischof Max Gandolf als Eigentümer der Schmelzwerke und Erbauer der Kirche von Lend den Diözesangründer Rupertus als Kirchenpatron wählte.




Seitenaltäre

Die Seitenaltäre von 1761 von Petrus Schmid enthalten je ein älteres Altarblatt, neuerdings Johann Franz Pereth zugeschrieben. Das rechte Altarblatt zeigt Sebastian, Nikolaus und Florian, drei bedeutende Heilige für die Volksfrömmigkeit: Sebastian für die Gesundheit, Nikolaus für die Wirtschaft (Lend ist Bergwerksort), Florian als Patron gegen Feuer und Unglück. Zu seinen Füßen die Darstellung von Kirche und Pfarrhof nach 1674. Das Vorsatzbild ist eine Kopie des Bozener Herz-Jesu-Bildes. Am linken Altar eine Kreuzigungsszene, davor die „Muttergottes mit Kind, das den Armen Seelen den Gürtel reicht“ (um 1770), das Gnadenbild der 1748 gegründeten Gürtelbruderschaft.

Kanzel von Petrus Schmid, 1761

Kanzel
Die Kanzel (1761) stammt ebenfalls von Petrus Schmid. Getragen wird sie von einem Putto (Engel), ein anderer am Kanzelkorb hält das Kreuz als zentrales Thema der Glaubensverkündigung. Der Hl. Geist (in Form einer Taube am Schalldeckel) soll den Prediger leiten, die Frau ganz oben mit Papstkrone (Tiara) und Kelch stellt die glaubende Kirche dar.

Weitere Einrichtung
Die Statuen der Bischöfe Rupert (Salzfass) und Virgil (mit Kirche von Lend!) dürften zum Hochaltar von 1760 (Daniel Mayr) gehört haben. Die Attribute Kirche und Salzfass wurden 1952 von Conrad Dorn ergänzt. Handwerkliche Meisterleistungen sind der Beichtstuhl (hinter dem Altar) und der Sakristeischrank von Rupert Loibl (1760). Die beiden Glasfenster im Altarraum „Herz Jesu“ und „Herz Mariä“ wurden 1903 eingefügt. Von Gustav Resatz stammen Apostelleuchter, Weihwasserbehälter, Osterleuchter und „Krippenbaum“ sowie weitere Details im Kirchenraum. Zwei Reliefgruppen mit den Kreuzwegstationen schuf Lois Lidauer 1954. 1952 entstanden die Kirchenbänke mit den Namen der Stifterfamilien in geschnitzten Bändern. Die Mauracher-Orgel kam 1891 aus der Pfarrkirche Bruck nach Lend. Der Blasebalg kann noch händisch betätigt werden. Zelebrationsaltar (Volksaltar) und Ambo (Lesepult) wurden 1990 nach Entwurf von Arch. Peter Schuh gefertigt. Im Vorraum Relief „Hl. Familie“ (Maierhofer, 2006) sowie eine Gedenktafel für Pfr. Kaspar Feld, der in der NS-Zeit 1 ½ Jahre im KZ Dachau verbrachte.

Familienkapelle
Vor dem rechten Seitenaltar führt eine Tür in die „Familienkapelle“ mit einem qualitätvollen Altar von Petrus Schmid (1761). Im Altarblatt ist das bekannte Maria-Hilf-Bild um die Figur des hl. Josef erweitert zur „Hl. Familie“. Zu beiden Seiten des Altares die Großeltern Jesu, Joachim und Anna. Eine Wandnische enthält eine Darstellung von Christus an der Geißelsäule (um 1770). Die Kapelle dient als Taufkapelle; der Taufstein mit Hl.-Geist-Taube stammt aus dem Jahr 1946.

 

 

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