logo-verlag-st-peterDie Kirchen von Lend-Embach mit Maria Elend

ÜbersichtKirchen von Lend-EmbachPfarrkirche zum hl. Rupert
Pfarrkirche zum hl. Rupert in Lend

Erzdiözese Salzburg • Bezirk Zell am See, Salzburg • Patrozinium: Hl. Rupert (Fest am 24. September)


Pfarrkirche zum hl. Rupert in Lend; im Vordergrund Brunnen mit dem Standbild eines Metallarbeiters (Rudolf Reinhart 1963)

Zur Geschichte von Kirche und Pfarre
Im Gegensatz zu den umliegenden Bauerndörfern wurde Lend gegründet und ist seit seinen Anfängen ein Fabriksort. Um 1544 ließ der Landesherr Herzog Ernst an der Salzach eine Rechenanlage errichten, um das aus dem Oberpinzgau getriftete Holz hier anländen zu können. Es diente zur Kohlegewinnung für die Schmelzöfen, in denen das Gold- und Silbererz aus dem Rauriser- und Gasteiner Tal ausgeschmolzen wurde. So entstanden Ort und Name „Lend“. Um 1600 wurde das Schloss als Sitz für den Erzbischöflichen „Verweser“ (Verwalter) gebaut. Heute befindet sich darin das Gemeindeamt. Ebenfalls an die Bergbauzeit erinnert der „Handlwirt“ (17. Jahrhundert) auf der anderen Seite des Teufenbaches, in dem die Arbeiter ihre Einkäufe tätigen konnten.

Seelsorglich gehörte Lend zunächst noch zu Embach. 1621 wurde beim Handlwirt eine erste hölzerne Kapelle erbaut. Nun bekam Lend einen Kaplan („Benefiziat“) für die sonntägliche Messfeier, aber noch durfte nicht getauft werden. 1674 baute Fürsterzbischof Max Gandolf von Kuenburg auf eigene Kosten die heutige Kirche, 1671 den nahe liegenden Pfarrhof. Die Kirche erfuhr 1759–1761 eine wesentliche Umgestaltung im Stil des Spätbarock. 1712 wurde Lend Vikariat, allerdings zunächst im Sinn einer „Personalpfarre“ der hier tätigen Arbeiter. Nun konnten auch Taufen und Beerdigungen stattfinden. Im Laufe der Zeit kamen die umliegenden Bauernhöfe zum Vikariat Lend, das 1891 zur Pfarre erhoben wurde. 1901–1907 kam es zu einer Neugestaltung des Kirchenraumes, durch die die Kirche ihre heutige Gestalt bekam. Nachdem die Goldschmelze still gelegt worden war, bekam Lend durch den Bau der Eisenbahn (1875) neue Bedeutung als Postkutschenstation für die Kurgäste des Gasteiner Tales. Dies endete abrupt, als 1905 die Tauernbahn durch das Gasteiner Tal gebaut wurde. Doch hatten bereits 1897 die Hüttenanlagen an der Mündung der Gasteiner Ache durch die mittlerweile einsetzende Aluminiumproduktion eine neue Verwendung bekommen. Heute ist die Aluminiumfabrik in Lend (SAG) ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber für die Bevölkerung von Lend und Umgebung.

Lend um 1845: Im Vordergrund Unterlend mit Schmelzhütten, im Hintergrund Oberlend mit Schloss und Kirche (fälschlich mit Zwiebelturm!)

Kirchhügel und Äußeres der Kirche
Die Kirche von Lend, erbaut 1673–1674 nach einem Entwurf von Giovanni Antonio Dario, steht auf einem Geländevorsprung neben dem Teufenbach. Hier wurden die Schlacken des Goldschmelzwerkes Oberlend abgelagert, die heute noch den Untergrund eines Teils des Friedhofes darstellen. Wegen des beengten Raumes ist die Kirche nicht geostet, sondern genordet. Mit der Sakristei auf der West- und der Familienkapelle auf der Ostseite bildet der Grundriss ein Kreuz. Auffallend ist der Turm in Form eines Dachreiters. Er ist 25 m hoch und enthält drei Glocken aus dem Jahr 1950 in der Stimmung gis - h - dis. Die Fassade trägt das Wappen des Erbauers Max Gandolf. Nach Entwurf von Karl Weiser ist die Eingangstür mit Symbolen der sechs hier gespendeten Sakramente gestaltet. „D.O.M. in honorem S. Ruperti“ lautet die Aufschrift über dem Kirchenportal: „Dem guten und großen Gott zu Ehren des hl. Rupertus“.

Hl. Barbara auf dem Friedhof (Gustav Resatz 1950)

Der Friedhof
Eine besondere Atmosphäre gewinnt der Friedhof durch Kunstwerke von Gustav Resatz, die 1950-1954 entstanden: die überdimensionale Michaelfigur an der Kirchenapsis (Kriegerdenkmal), die Betonstatue einer flüchtenden Familie sowie eine Reihe von Friedhofszeichen mit Heiligenfiguren, die die einzelnen Friedhofsabschnitte kennzeichnen. Eine Besonderheit ist der Soldatenfriedhof im nördlichen Bereich. Hier sind Verstorbene aus dem Lazarett beerdigt, das zu Kriegsende in der Lender Schule eingerichtet war. Auf dem Friedhof befinden sich zwei Kapellen: die Friedhof- oder Totenkapelle, erbaut 1902 und die Lourdeskapelle aus dem Jahr 1958 neben dem Friedhofseingang mit einer Marien-statue von Gustav Resatz.



 

 

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