logo-verlag-st-peterDie Kirchen von Lend-Embach mit Maria Elend

ÜbersichtKirchen von Lend-EmbachPfarrkirche zum hl. Laurentius
Das Äußere der Kirche und der Kirchenraum

Blick von Nordosten zur Pfarrkirche St. Laurentius in Embach

Die Pfarrkirche Embach überrascht durch ihre Größe (30 m Länge). Dies spiegelt die frühe Bedeutung Embachs als Straßenknotenpunkt und seine spätere als Wallfahrtsort wider. Mit dem spitzen Turm (48 m), dem hohen Dach und den Strebepfeilern macht sie von außen den Eindruck eines typischen spätgotischen Baus. Ihren unverwechselbaren Charakter bekommt sie jedoch durch die klassizistische Fassade von Louis Grenier aus dem Jahr 1784 – eine Seltenheit bei einer Dorfkirche. Sie sollte der nunmehrigen Wallfahrtskirche ein repräsentatives Aussehen vermitteln. Auch die Strebepfeiler, die zweistöckige Sakristei an der Südseite und die Totenkapelle (Ölbergkapelle) neben dem Turm stammen aus dieser Zeit. Der Turm enthält eine Bronzeglocke von 1807, eine Stahlglocke von 1923 und zwei weitere in Neulegierung von 1951. Tritt man in die Kirche ein, ist man beeindruckt vom freundlichen und hellen Raum mit seinen klassizistischen Stuckpilastern, Gesimsen in zarten Farben und großflächigen Deckenmalereien im Nazarenerstil (Virgil Groder 1903). Darunter verbirgt sich, etwa bis zum Ende der vorderen Bankreihen, noch der Bau von 1344. 1508 wurde dieser verlängert bis hinter die heutigen Seitentüren. Die letzte bauliche Veränderung geschah 1784-1786 mit der Verlängerung um eine weitere Achse, dem Einbau eines Schalgewölbes und der Doppelempore sowie der klassizistischen Raumgestaltung. In diese hat Virgil Groder mehr als hundert Jahre später seine Secco-Malereien überaus harmonisch eingefügt.

Pfarrkirche St. Laurentius in Embach, Schmerzensmutter unter dem Kreuz

Das Bildprogramm der Decken- und Wandgemälde

Das barocke Gnadenbild am Hochaltar gibt das Thema für die gesamte Ausgestaltung der Kirche vor: die Teilnahme Marias am Erlösungsgeschehen. Die Malereien an Triumphbogen und Decke führen das Thema im Sinn eines „Marienlebens“ fort: Die Verkündigung des Engels, der Besuch Marias bei Elisabeth, die Geburt und Anbetung der Könige in Bethlehem  und die Schmerzensmutter unter dem Kreuz. Mose und David zu beiden Seiten der Geburtsszene weisen darauf hin, wer das Kind von Bethlehem ist: Der Sohn Gottes, der wie ein Stern in Israel aufgeht. Zwei weitere Bibelzitate deuten das Sterben Jesu und den Schmerz seiner Mutter. Aus unbekannten Gründen ist das letzte Feld an der Decke frei geblieben. Es hätte die Himmelfahrt oder die Krönung Mariens aufnehmen können. Auch die vielgestaltigen Blumenmuster im Raum – vor allem Rosen – dürfen als Mariensymbolik gesehen werden. Als Zusammenfassung des Marienlebens könnte man den Satz über dem Triumphbogen ansehen, den Maria bei Elisabeth gesprochen hat (vgl. erstes Deckenbild) „Hoch preist meine Seele den Herrn…!“

Die Bilder in den Zwickeln des Marienlebens bringen ein anderes Thema: Die Heiligen als Patrone und Vorbilder für das christliche Leben. Sie sind jeweils der Männerseite (rechts) bzw. Frauenseite (links) zugeordnet: vorne die hl. Agnes und der jugendliche Kirchenpatron Laurentius als Vorbilder der Jugend; in der Mitte die hl. Anna und der hl. Josef als Patrone der Mütter und Väter; hinten als Patrone der Arbeitswelt die wohltätige Elisabeth und der betende Hirte Wendelin.