logo-verlag-st-peterFranziskanerkirche in Salzburg

Blick in den Glockenstuhl

Die Glocken der Franziskanerkirche

Oberer GlockenstuhlDer Salzburger Glockengießer Jörg Gloppitscher goss für die damalige Stadtpfarrkirche vier Glocken. In den Jahren 1684 und 1736 wurde dieses Geläute durch Zugüsse neuer Glocken erweitert. Von diesem sechsstimmigen Geläute sind drei Glocken erhalten geblieben. Zwei mussten im Ersten Weltkrieg abgeliefert werden und die kleinste, sie war gesprungen, im Zweiten Weltkrieg.

Zum Jubiläumsjahr 500 Jahre Madonna von Michael Pacher und 500 Jahre Vollendung des Turmes 1498/1998 wurde eine Ergänzung des Geläutes angeregt und von privaten Spendern in den Jahren 1999 (vier Glocken) und 2001 (drei Glocken) möglich gemacht. Die sieben neuen Glocken wurden in der Gießerei Grassmayr in Innsbruck / Wilten gegossen.

Die Glocken von 1468 bis 1916


  • Glocke I von 1468
    Ton e/1, 148 cm, 2650 kg (erhalten, Inschrift und Bilder siehe Beschreibung „Marienglocke“)
  • Glocke II von 1468
    Ton fis/1, 121 cm, 1240 kg. Bilder: hl. Benedikt, hl. Magdalena. Inschriften: ave maria gracia plena dominus tecum benedicta tu in mulieribus et benedictus ventris tui amen. – o rex glorie xpe veni cum pace anno domini mcccc und im lxviii iar sancde petrus ora pro nobis jörg. Diese Glocke wurde im Ersten Weltkrieg abgenommen.
  • Glocke III von 1468
    Ton gis/1, 100cm, 650 kg (erhalten, Inschrift und Bilder siehe Beschreibung „Maria-Himmelfahrts-Glocke“)
  • Glocke IV von 1736
    Ton h/1, 90 cm, 470 kg. Bilder: Franziskus empfängt die Wundmale, hl. Antonius mit Kind. Inschriften oberer Rand: LoqVenDo et sILenDo InVoCabItVr DIVIna VirtVs; unterer Rand: Jesus und Maria zu Ehren bin ich geflossen. Johann Hackhl in S. hat mich gegossen. Diese Glocke wurde ebenfalls im Ersten Weltkrieg abgenommen.
  • Glocke V von 1684
    Ton e/2, 65 cm, 180 kg (erhalten, Inschrift und Bilder siehe Beschreibung „Arme-Seelen-Glocke“).
  • Glocke VI
    Ton gis/2, 40 cm, 100 kg, hatte weder Bilder noch Verzierungen. Diese Glocke wurde als „Galgenglocke“ bei Hinrichtungen geläutet. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg abgenommen, da sie gesprungen war.

Die Glocken heute


  • Weihnachtsglocke
    2001, Ton gis/2, 48 cm, 64 kg. Bild: Geburt Christi. Inschrift: CHRISTUS NATUS EST NOBIS: VENITE ADOREMUS
  • Herz-Jesu-Glocke
    2001, Ton fis/2, 55 cm, 106 kg. Bilder: Herz Jesu, Herz Mariä. Inschrift: COR JESU AMORE NOSTRI VULNERA­-TUM (oberer Glockenrand); IN MEMORIAM REUNIONIS PROVIN­-CIARUM TIROLENSIUM S. LEO­-POLDI ET S. FRANCISCI ANNO DOMINI MMI (unterer Glockenrand).
  • Franziskusglocke
    1999, Ton e/2, 60 cm, 131 kg. Bilder: Franziskus von Assisi, Engelbert Kolland, Wappen des Ordens, Wappen des Gießers. Inschrift: DEUS MEUS ET OMNIA * PAX ET BONUM
  • Dreifaltigkeitsglocke
    2001, Ton dis/2, 64 cm, 151 kg. Bilder: Gnadenstuhl, Pacher-Madonna, Logo des Heiligen Jahres. Inschrift: O BEATA TRINITAS, CARITAS PATER EST, GRATIA FILIUS, COMMUNICATIO SPIRITUS SANCTUS
  • Klaraglocke
    1999, Ton cis/2, 75 cm, 248 kg. Bilder: Klara von Assisi, Elisabeth von Thüringen, Therese von Lisieux. Inschrift: SIS BENEDICTUS, MI DOMINE, QUIA TU CREASTI ME
  • Antoniusglocke
    1999, Ton h/1, 81 cm, 309 kg. Bilder Antonius von Padua, Bonaventura, Johannes Duns Scotus. Inschrift: LOQUENDO ET SILENDO INVOCABITUR DIVINA VIRTUS (Inschrift der 1736 gegossenen und 1916 eingeschmolzenen gleichnamigen Glocke)
  • Maria-Himmelfahrts-Glocke
    1468, Ton gis/1, 100 cm, 650 kg. Bilder: Aufnahme Mariens in den Himmel, Georg. Inschrift: ave maria gracia plena dominus tecum benedicta tu in mulieribus et benedictus ventris tui amen – o rex gloriae veni cum pace anno dni mcccclxviii maister jörg hat die glocken gossen. Diese Glocke zeichnet sich besonders durch die schöne Verzierung sowohl im oberen Schriftband wie am unteren Rand aus. Zwischen den Wörtern des Schriftbandes sind Hirsche, Rehe, Hasen, Vögel, Hunde und Jäger zu sehen. Unter dem oberen Zierband wie über dem unteren Zierband sind Kleeblätter abgebildet. Eine Besonderheit des Jörg Gloppitscher, die sich auch auf einer von ihm für das Stift St. Florian bei Linz gegossenen Glocke findet.
  • Josefsglocke
    1999, Ton fis/1, 116 cm, 1012 kg. Bilder: Josef, Johannes der Täufer, Florian. Inschrift: ET VOCABUNT NOMEN EIUS EMMANUEL, QUOD EST NOBISCUM DEUS (oberer Glockenrand); ECCE FIDELIS SERVUS ET PRUDENS, QUAM CONSTITUIT DOMINUS SUPER FAMILIAM SUAM (unterer Rand).
  • Marienglocke – Königin der Engel
    1468, Ton e/1, 148 cm, 2650 kg. Bilder: Maria mit dem Kind, daneben ein Engel, Christophorus. Inschrift: ave maria gracia plena dominus tecum benedicta tu in mulieribus et benedictus ventris tui amen – lucas marcus johannes matheus – mcccc und im lxviii jahre jörg Der letzte Teil des Textes ist über dem Bild der Maria angebracht. Auch diese Glocke weist ein sehr schönes Schrift- und Zierband am oberen Glockenrand auf. Zwischen den Wörtern des oberen Schriftbandes sind, wie auf der Maria-Himmelfahrts-Glocke, Hirsche, Rehe, Hasen, Hunde und Jäger abgebildet. An der Glockenkrone sieht man sechs Frauengesichter mit Haarzöpfen. Eine Eigenart, die auch die große Glocke von St. Jakob in Wasserburg zeigt (ebenfalls von Gloppitscher).
  • Arme-Seelen-Glocke
    1684, Ton e/2, 65 cm, 180 kg. Bilder: Krönung Mariens, Wappen des Erzbischofs Max Gandolph. Inschrift: Johannes Nuspickher goss mich M.G.A.S. 1684. Die Glocke weist neben der Inschrift am oberen Rand sehr schöne barocke Verzierungen auf. Sie wird nach dem abendlichen Gebet-Läuten zum Gedenken an die Verstorbenen geläutet.

Glocken im Uhrenturm über dem Verbindungsgang vom Kloster zur Kirche


  • Viertelstundenglocke
    Ton h/3, 41 cm, Gießer unbekannt, keine Bilder. Als Inschrift trägt sie nur die Jahreszahl MDCV (1605)
  • Stundenglocke
    Ton cis/3, 51 cm, Gießer Jörg Gloppitscher. Keine Bilder, aber ein sehr schönes und feines Zierband am oberen Rand in gotischem Maßwerk mit verschiedenen Tieren und Blumenmotiven zwischen dem Text: ave maria gratia plena dominus tecum – jörg; keine Jahreszahl. Im Mai 2004 erfolgte die Erneuerung des Uhr- und Schlagwerkes, das durch Blitzschlag im Dezember 2003 zerstört worden war. Die Viertelstundenglocke, die bisher mit der Krone an der Holzdecke des Uhrentürmchens befestigt war, erhielt ein neues Holzjoch und wurde im Fach neben der Stundenglocke aufgehängt. Beide Glocken sind jetzt wieder läutbar.
Josefsglocke Antoniusglocke Marienglocke