logo-verlag-st-peterDie Kirchen von Straßburg in Kärnten

ÜbersichtDie Kirchen von StraßburgPfarr- und Baugeschichte
Zur Pfarr- und Baugeschichte

Romanik und frühe Gotik
1169 wurde erstmals die Straßburger St.-Nikolaus-Kapelle als Eigenkirche des Gurker Domkapitels erwähnt; von diesem romanischen Bau ist heute nur noch der untere Teil des Turmes erhalten. 1229 erfolgte die erste Erwähnung als selbständige Pfarre. Schon vor 1331, als Fürstbischof Gerold eine Propstei und ein Kollegiatskapitel mit sechs Kanonikern errichtete, muss die Kirche in den Besitz des Gurker Bischofs übergegangen sein. Propstei und Kollegiatskapitel bestehen heute noch. Bis 1786 war St. Nikolaus auch die zweite Bischofskirche.

Spätgotik
Ab 1439 (Ablassverleihung zugunsten des Baues) bis um 1460 erfolgte der Neubau der Kirche im spätgotischen Stil, mit Netzrippengewölben im Mittel- und nördlichen Nebenschiff. Baumeister war vermutlich HANS CHOCH, Bauherren waren die Fürstbischöfe Johann V. von Schallermann (1432–1453) und Ulrich III. Sonnenberger (1453–1469). An der Südseite befindet sich außen eine Bauinschrift von 1454 für eine unter Propst Gotfidus errichtete Kapelle. Um 1460 war auch der Turm der Kirche vollendet. Die 1497 erfolgte Weihe von drei Altären dürfte den Abschluss der Bauarbeiten nach dem Türkeneinfall bezeichnen. Aus gotischer Zeit stammt auch die netzrippengewölbte Sakristei mit künstlerisch wertvollen Barockschränken (1691).

Bauinschrift von 1454 an der Südseite der Kirche Spätgotische netzrippengewölbte Sakristei mit Barockschränken


Blick zur Stadtpfarrkirche St. Nikolaus von SüdenBarock
1630 bis 1643 ließ Fürstbischof Graf Lodron das nordseitige Nebenschiff zu barocken Kapellen umbauen. Anschließend kamen noch die Kapellen an der Südseite dazu. Auch die Außenfassade stammt aus dieser Zeit.

Renovierungen
1978 wurden die Kirchenfenster im Presbyterium und in der Sakristei erneuert. Das Jahr 1979 brachte die vollständige Innen- und Außenrenovierung der Kirche, ebenso wurde das nordseitige Dach erneuert; 1982 folgte der südseitige Dachteil. 1999 wurde der Kirchturm in Kupfer neu gedeckt. Im Jahr 2001 kam die Straßburger Pietà, eine Anschaffung des Bischofs Johannes V. Schallermann, nach sorgfältiger Restaurierung in der Werkstätte des Bundesdenkmalamtes zurück. 2009 wurde die Kanzel restauriert.