logo-verlag-st-peterDie Kirchen von Straßburg in Kärnten

ÜbersichtDie Kirchen von StraßburgFilialkirche St. Stefan
Innenraum der Filialkirche St. Stefan
Filialkirche St. Stefan

Südöstlich von Straßburg steht an einem Berghang weithin sichtbar die Filialkirche St. Stefan. Bereits 1208 als Filialkirche von Lieding erwähnt, dürfte sie noch im gleichen Jahr zur Pfarre erhoben worden sein; 1286 wird ein Pfarrer Hertwicus von St. Stefan urkundlich genannt. 1330 verlor St. Stefan wieder seine pfarrliche Unabhängigkeit, um dem neugegründeten Kollegiatskapitel von Straßburg einverleibt zu werden. Der vom Friedhof – hier stand 1596 noch ein Karner – umgebene, im Kern romanische Kirchenbau wurde 1741 barockisiert. Darauf weist auch die Jahreszahl am Kirchturm mit seinem barocken Zwiebelhelm hin. Aus dieser Zeit stammen auch die Apsis und die südseitige Sakristei, ebenso die Orgelempore samt (Turm-)Aufgang. 1974 wurde der Innenraum renoviert. 1980 erfolgte die Außenrenovierung samt dem Turm.

Statue des hl. Christophorus, Filialkirche St. Stefan Statue des hl. Stephanus am Hochaltar aus der Zeit um 1741, Filialkirche St. Stefan

Innenraum
Durch die westliche Eingangstür mit modernen Schnitzreliefs der beiden Kirchenpatrone Stephanus und Oswald betritt man den Vorraum und das anschließende Kirchenschiff, dessen Stichkappengewölbe mit Stuck verziert ist. Auch Apsis und Triumphbogenwand (Stuckmedaillon mit Kruzifix) sind um 1741 wahrscheinlich vom Klagenfurter MAX JOSEF PITTNER mit zartem Bänderrankenstuck verziert worden. Aus dieser Zeit stammt auch der Hochaltar. Hier steht, mit ausgebreiteten Armen, die Figur des Kirchenpatrons St. Stefan. Der gemalte Hintergrund und die Wolkengloriole, die sich für das einfallende Gegenlicht öffnet, symbolisieren die Himmelsvision des zu Tode gesteinigten frühchristlichen Erzmärtyrers. Im Aufsatz ist die Heiligste Dreifaltigkeit dargestellt. Das reich verzierte Antependium schmückt ein Medaillon mit der Aufnahme des hl. Stephanus in den Himmel. Über den Opfergangstüren stehen Statuen der hll. Andreas und Christophorus, Werke des fürstbischöflichen BildhauersJOSEPH PERGLER (um 1758). Den Hochaltaraufbau fertigte der in Straßburg ansässige Tischlermeister GEORG MOSER, die Fassung besorgte 1759 JOHANN BENEDIKT FROMILLER, der Bruder des berühmten Malers Joseph Fedinand (vgl. Hochaltarbild in der Pfarrkirche). Er fasste damals auch die Kanzel neu, die stilistisch allerdings noch eine Entstehungszeit gegen 1700 vermuten lässt. Über der Sakristeitür hängt ein Bild des hl. Johannes Nepomuk in Betrachtung des Kreuzes, gegenüber ein Bild des hl. Franz von Assisi, der die Stigmen Christi erhält. Die beiden aus Stuckmarmor aufgebauten Seitenaltäre zeigen in den Bildern rechts den zweiten Kirchenpatron St. Oswald, links hält ein Engel das Gnadenbild von Maria Schnee („Sta. Maria Maggiore“ in Rom). Barock sind auch die beiden seitlichen Konsolfiguren der hll. Johannes der Täufer und Stephanus. Die beiden modernen, rückwärtigen Konsolfiguren stellen Papst Johannes Paul II. (Seligsprechung 2011) und den als Missionar in China wirkenden hl. Josef Freinademetz dar. Am 24. April 2010 wurden die Stahlglocken gegen wohlklingende Bronzeglocken getauscht. Die größere ist dem hl. Stephanus geweiht, die kleinere der Gottesmutter Maria.

Rechter Seitenaltar mit Bild des hl. Oswald, Filialkirche St. Stefan Linker Seitenaltar mit Engel und Gnadenbild, Filialkirche St. Stefan

Hl. Stephanus
Stephanus war der erste von sieben Diakonen der urchristlichen Gemeinde in Jerusalem. Als er durch eine seiner Predigten mit den gesetzesstrengen Juden in Konflikt geriet und sich in seiner flammenden Verteidigungsrede vor dem Hohen Rat zu seinem christlichen Glauben bekannte, wurde ihm schließlich die Vision der „Herrlichkeit Gottes“ zuteil: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten gemeinsam auf ihn los, trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.“ Stephanus kniete im Gebet nieder, vergab seinen Peinigern und starb (Apg 7, 54–60).