logo-verlag-st-peterDie Kirchen von Köstendorf

Der Kirchenraum

Westempore der Pfarrkirche Köstendorf

In das einschiffige Langhaus wurde um 1700 ein flaches Tonnengewölbe eingezogen. Das Langhaus und der daran anschließende Chor haben die gleiche Höhe und Gewölbeform und sind durch einen Triumphbogen voneinander getrennt. Vom Chor führen je zwei rundbogige Arkaden in die seitenschiffartigen Räume, die 1729–1733 angebaut wurden. Die an den Chor anschließende, zweigeschoßige Sakristei kann vom Ostende der Apsis und vom Pfarrfriedhof her betreten werden. Die Westempore (auch: Chorempore) nimmt ein Drittel des Langhauses ein und wird von vier kurzen, achteckigen Säulen aus rotgesprenkeltem Marmor gestützt. Reicher Stuck überzieht alle Teile des Innenraumes. Die Stuckaturen stammen aus der Zeit um 1700 und zeigen üppiges Akanthusrankwerk, durchsetzt von Putten und Cherubsköpfen.

Bilder und Gemälde als Biblia pauperum („Armenbibel“)

Früher konnten viele Menschen nicht lesen und schreiben. Der Zugang zur Bibel war ihnen dadurch oftmals verwehrt. Die zahlreichen Bilder und Gemälde in unserer Pfarrkirche, die biblische Szenen darstellen, wollten den Gläubigen damit einen Zugang zur biblischen Geschichte geben. Aus der Zeit um 1700 stammt das Deckenfresko eines unbekannten Malers, das eine von Engeln umgebene Monstranz darstellt. Der Kirchenmaler JOSEF GOLD hat die Felder an den Decken und Seitenwänden 1880-1882 mit Ölbildern zu biblischen Szenen gefüllt. Im Einzelnen sind es folgende Darstellungen: An der Decke: Die Unbefleckte Empfängnis, Geburt Jesu in Bethlehem, Aufnahme Mariens in den Himmel (2), Der zwölfjährige Jesus im Tempel, Besuch Mariens bei Elisabeth. Die Bilder unter der Empore zeigen Jesus als Sohn des Zimmermanns, die Heilige Familie beim Gang nach Jerusalem und den hl. Josef im Sterben. Die vier Bilder im Chorraum stellen die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes dar. Die kleineren Gemälde in den Arkaden und in den rückwärtigen Stichkapellen zeigen Szenen aus dem Alten Testament.

Aufnahme Mariens in den Himmel, Deckenfresko von Josef Gold